1903-1937 Claudius (1871-1947) und Hermann (1876-1943) Peters
1903 übernehmen die beiden Söhne Claudius und Hermann, beide Schleusen- und Zimmerbaumeister das Unternehmen des rührigen Vaters. Sie folgten der Empfehlung des Vaters und kümmerten sich insbesondere um die Entwässerung der Marschen. Im Kronprinzenkoog wurde eine Schleuse und ein Hebersiel gebaut.
1907 hält dann die Mechanisierung bei Peters Einzug. Eine Sägerei mit Gatter und Bandsäge wird für 40.000,- Mark investiert und ein Kontor eingerichtet. In Meldorf die Schleuse und der Hafen für 250.000,- Mark. Mit den Plänen und einem Modell von diesem Objekt reiste man 1910 zur Weltausstellung nach Brüssel und erhielt dafür eine Silbermedaille verliehen. Um diese Weltausstellung zu besuchen, verband man die Reise mit einem Besuch in Paris, Amsterdam und London. Aber auch für den Betriebssitz ein einmaliges Ereignis: Erstmalig wurden der gesamte Betrieb und die 3 villenartigen Gebäude von der betriebseigenen Dampfmaschine mit 30 m hohem Schornstein (Investition 16.000,- Mark) mit Strom und mit heißem Wasser versorgt.
1911 ist dann für das Unternehmen ein bedeutsames Jahr. Der Beginn einer langjährigen Zusammenarbeit mit der Familie und dem Hause Temming in Glückstadt. Damals wurde für 67.000,- Mark die Baumwollbleicherei gebaut.
1912 mit minus 25 Grad Celsius der kälteste Winter seit langem und im April noch minus 7 Grad und Schneetreiben. Da war keine Arbeit möglich. Schlechtwettergeld gab es damals für die Mitarbeiter noch nicht.
1914 das erste Auto. Ein Brennabour für 6.700,- Mark. Zwei Fahrer werden extra dafür ausgebildet. Der erste Weltkrieg bricht aus. Trotzdem geht das Geschäft 1915 weiter. Man baut die neue Fabrik für Herrn Temming für 500.000,- Mark.
Hermann wird eingezogen, um Volk und Vaterland zu verteidigen. Claudius kümmert sich um das Geschäft zu Hause. Bruder Georg war für die beiden Geschäftinhaber als Bauleiter ständig unterwegs. Deichbauten, Schleusen, Hafenanlagen, Siele, Uferwände, Buhnen, Leuchtfeuer, Schöpfwerke, Brücken und Industriebauten waren das Tätigkeitsfeld dieser Generation.
Die Jahre zunehmender Inflation und die Währungsreform beeinflußten die betriebliche Basis in starkem Maße. Persönliche Bescheidenheit war angesagt. Diese materielle Not trug jedoch dazu bei, dass die Menschen enger zusammenrückten und viele intensive und lang andauernde persönliche und familiäre Verbindungen entstanden. Das Wort und der Handschlag galten mehr als ein Stück Papier.